DER ACHTFACHE PFAD

Der achtfache Pfad wird in drei Gruppen eingeteilt wie folgt:

Weisheit

  • 1. Rechte Einsicht
  • 2. Rechtes Denken

Sittlichkeit

  • 3. Rechte Rede
  • 4. Rechtes Handeln
  • 5. Rechter Lebenserwerb

Vertiefung

  • 6. Rechtes Üben
  • 7. Rechte Achtsamkeit
  • 8. Rechte Meditation

Man kann den achtfachen Pfad auch in die innere Gruppe (alles, das in mir stattfindet) und die äußere Gruppe (alles, das auch nach außen sichtbar ist) unterteilen. Zur inneren Gruppe gehören, rechte Einsicht, rechtes Denken, rechtes Üben, rechte Achtsamkeit und rechte Meditation. Der äußeren Gruppe werden rechte Rede, rechtes Handeln und rechter Lebenserwerb zugeschrieben.

ERKLÄRUNG

Der Begriff "recht" ist immer auch als "vollkommen" oder "ganzheitlich" zu verstehen. Das heißt, es soll hinter allem eine gute Absicht stecken und alles bis zur Vollkommenheit kultiviert werden. Erst das ganzheitliche Verständnis führt letztendlich zu "Bodhi", dem Erwachen.

1. Rechte Einsicht

Anerkennung und Verständnis der vier edlen Wahrheiten.

2. Rechtes Denken:

Jeder Handlung liegt ein Gedanke zugrunde. Deshalb ist es wichtig, bevor man etwas tut, vom richtigen Gedanken auszugehen. Es kann einen ganzen Tag, sogar eine Woche beeinflussen wenn ich zum Beispiel denke: „Furchtbar, es ist schon wieder Montag.“ Ich könnte mir auch sagen: „Es ist Montag, ich werde sehen was der Tag bringt.“

3. Rechte Rede:

Nach dem Gedanken folgt meistens das gesprochene Wort. Hier soll man darauf achten, was man zu wem

sagt. Worte können heilen, sie können aber auch verletzen.

4. Rechtes Handeln:

Dinge die mir oder anderen schaden sind zu unterlassen. Hier ist auch nicht gemeint, dass man nur Gutes tun soll, denn eine Pflanze jeden Tag zu gießen schadet ihr genauso wie zu wenig Wasser. Man soll sorgsam mit der Umwelt umgehen. Das Handeln meint auch das Verhalten oder Benehmen.

5. Rechter Lebenserwerb:

Der Beruf den man ausübt soll, genau wie meine Handlungen, keinen Schaden anrichten. Man soll sich gut überlegen, womit man seinen Lebensunterhalt verdient und ob man mit seiner Berufswahl glücklich ist. Es heißt, dass man nichts nehmen soll, das nicht freiwillig gegeben wurde.

6. Rechtes Üben:

Hiermit ist gemeint, dass man sich immer bemühen soll, die Dinge richtig zu verstehen und sich richtig zu verhalten. Das fördert die innere Einstellung und formt den Charakter. Dies wiederum macht das Üben einfacher.

7. Rechte Achtsamkeit:

Egal was man denkt, sagt oder macht, man soll sich immer dessen bewußt sein. Eine unbedachte Handlung oder ein unachtsam gesprochenes Wort können Schaden anrichten.

8. Rechte Meditation:

Die Meditation meint eine Übung um die Achtsamkeit zu schulen. Das Meditieren stellt den Schlüssel zu „Bodhi“, dem Erwachen, dar. Die bekannteste Form der Meditation ist die im Sitzen. Aber auch im Gehen, stehen oder liegen kann meditiert werden. Selbst herausfordernde Aufgaben können zur Meditation dienen, da man sich hierbei auf nur eine Sache konzentriert und sich nicht ablenken lässt. Deshalb ist Shaolin Kung Fu auch eine Meditation.

Der achtfache Pfad ist kein fixes und streng einzuhaltendes Regelsystem, seine Teile bedürfen vielmehr einer Anpassung an jede gegebene Situation. Buddhas Weg ist der Weg der Mitte, der alle Extreme meidet.

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