DIE 3 GENERATIONEN UND IHRE WICHTIGSTEN ÄBTE

BA TUO

(359 n.Chr ~ 429 n.Chr.) (Chinesisch: 佛陀跋陀罗 Pinyin: Fótuó Bátuóluó, oder kurz 跋陀 Bátuó, Hindi: Buddhabhadra) Die 1. Generationslinie , Gründer des Shaolin Tempels. Laut dem Verzeichnis des Kreises Dengfeng kam Batuo 464 n.Chr. nach China und predigte für 30 Jahre den Nikaya Buddhismus (Chinesisch:小乘, Pinyin: Xiǎochéng).

31 Jahre später nachdem die Verfolgung der Buddhisten in China aufgegeben wurde, wurde 495 n.Chr, im Auftrag des Herrschers "Xiaowen der nördlichen Wei Dynastie", in der Provinz Henan, am Fuße des Shao Shi Berges welcher sich am Ende der mittleren Gebirgskette des Landes befindet, ein Tempel für BaTuo's Predigen errichtet. Er nannte ihn Shaolinsi (Chinesisch: 少林寺 Pinyin: Shàolínsì). "Shao", wegen des Berges und "Lin", was kleiner Wald bedeutet, weil der Tempel von einem kleinen Wäldchen umgeben war. Die Silbe "Si" bedeutet wörtlich Tempel.

DA MO (BODHIDHARMA)

(Chinesisch: 菩提達摩, Pinyin: Pútídámó oder kurz 達摩 Pinyin Dámó, * um 440 n.Chr.; † um 528 n.Chr.) Indischer Mönch und Begründer des Chan-Buddhismus.

Zur selben Zeit als Ba Tuo den Shaolin Tempel gründete, lebte in Indien ein Prinz, genannt Bodhidarma – er war der jüngste Sohn Sugundhas, des Königs von Indien. Bodhidarma hatte zwei ältere Brüder, die sehr eifersüchtig auf die Intelligenz des jungen Prinzen waren und fürchteten deshalb, ihr Vater würde ihm das Königreich vermachen. Sie sprachen vor ihrem Vater immerzu schlecht über Bodhidarma, um ihm ein schlechtes Bild von Bodhidarma zu vermitteln. Sie gingen sogar so weit, dass sie öfters versuchten ihn zu ermorden, jedoch schlugen alle Versuche fehl, da Bodhidarma ein sehr gutes Karma hatte.

Das gab Bodhidarma zu denken und er bemerkte, obwohl er der Lieblingssohn des Königs war, dass er kein Leben in der Politik führen wollte. Stattdessen beschloss er buddhistischer Mönch zu werden und wurde Schüler eines berühmten Mönches Namens Mu He Jia Ye.

Nach einigen Jahren der Lehre fragte Bodhidarma seinen Meister, was er denn tun solle, wenn er gestorben sei, worauf der Meister antwortete, er solle nach Jen Dan – das damalige Wort für China – gehen. Als der Meister starb, bereitete sich Bodhidarma darauf vor das Land zu verlassen um nach China zu gehen. In der Zeit, als Bodhidarma als Mönch lebte, kam einer seiner älteren Brüder an die Macht um über Indien zu herrschen, doch mittlerweile war bereits dessen Sohn, Bodhidarmas Neffe, der neue König von Indien. Der König hatte seinen Onkel sehr gern und wollte die Taten seines Vaters wieder gut machen und bat ihn deshalb in Indien zu bleiben, damit er sich um ihn kümmern und auf ihn aufpassen könnte. Bodhidarma aber verneinte, denn er wollte Frieden und Harmonie verbreiten und, wie ihm sein Meister geraten hat, nach China gehen. Als der König verstand, dass Bodhidarma nicht bleiben wollte, befahl er Brieftauben nach China zu schicken. Die Vögel brachten die Nachricht, dass ein buddhistischer Mönch namens Bodhidarma auf dem Weg nach China sei und dass die Menschen in China doch bitte auf ihn aufpassen mögen. Diese Nachricht verbreitete sich in ganz China und die Leute wunderten sich was so besonders an diesem Bodhidarma sei, dass sogar der König von Indien über ihn sprach.

Im Jahre 527, 32 Jahre nach der Gründung des Shaolin Tempels, erreichte Bodhidarma die Provinz Kanton in China, wo man ihn "Da Mo" nannte. Bei seiner Ankunft begegnete Da Mo einer großen Gruppe von Leuten die alle wissen wollten, was er denn so wichtiges zu sagen habe. Doch anstatt zu reden, setzte er sich einfach nieder und begann zu meditieren. Er meditierte einige Stunden lang. Während seiner Meditation stellten ihm einige der dort versammelten Leute Fragen, die er aber nicht beantwortete. Nach einiger Zeit stand Da Mo auf und ging schweigend weg. Seine Meditation hatte ganz unterschiedliche Reaktionen bei den Menschen ausgelöst. Manche lachten, manche weinten, andere nickten wissend mit dem Kopf, wiederum andere waren verärgert über Da Mo's Schweigen. Die Begegnung mit den Menschen machte Da Mo noch bekannter, so bekannt, dass sogar der Kaiser Leung, der das südliche Königreich Chinas regierte, ihn zu sich einlud. Da Mo nahm an, besuchte den Kaiser und sie unterhielten sich. Der Kaiser sprach von all dem Geld, welches er für buddhistische Tempel ausgab und all den Statuen die er im Namen Buddhas erbauen ließ. Dabei fragte er Da Mo, ob er denn nicht ein guter Kaiser sei, weil er so großzügig zu seinem Volk ist und ob er denn nicht viel Gutes getan habe. Doch Da Mo verneinte. Das überraschte den Kaiser zwar, doch sie sprachen weiter. Kaiser Leung fragte Da Mo ob es denn einen Buddha gäbe, doch Da Mo verneinte wieder. Da Mo's Antworten waren nichts anderes als der Spiegel des Kaisers, denn zu fragen, ob er ein guter Kaiser sei, zeigt, dass er nur Lob und Anerkennung wollte für Dinge, die für einen Kaiser selbstverständlich sind, nämlich für das Volk da zu sein und zu helfen. Die Frage ob es denn Buddha gäbe, beweist den Mangel seines Glaubens, denn wenn ein Buddhist nach Buddha fragt hört er nicht auf sein Inneres und glaubt nicht an sich. Die Frage nach Buddha ist Zweifel an dessen Existenz.

Die Antworten Da Mo's machten den Kaiser wütend und er befahl ihm sofort zu gehen. Da Mo stand einfach auf, lächelte und verließ den kaiserlichen Palast.

Da Mo setzte seine Reise Richtung Norden fort und erreichte die Stadt "Nanjing". Dort kam er zu einem sehr bekannten und reich besuchten Platz den man damals den "Blumen Regen Pavillon" nannte. Er traf auf eine Gruppe von Leuten die sich dort um einen lehrenden buddhistischen Mönch versammelt hatte. Der Name des Mönchs war "Shen Guang ", welcher noch vor einiger Zeit ein General war und viele Menschen in der Schlacht getötet hatte. Eines Tages realisierte er, dass all diese Menschen auch Familie und Freunde hatten und dass einmal einer von ihnen kommen könnte um sich an ihm zu rächen und ihn zu töten. Das veränderte ihn und er beschloss buddhistischer Mönch zu werden. Er wurde ein berühmter Redner, um den sich die Leute gern versammelten um ihm zuzuhören. Als Shen Guang sprach hörte auch Da Mo seiner Rede zu. Bei manchen Dingen die Shen Guang sagte nickte Da Mo zustimmend und bei manchen Dingen schüttelte er ablehnend den Kopf. Nach einiger Zeit wurdeShen Guang recht verwirrt. Wer war dieser fremde Mönch der gekommen ist und mit ihm nicht übereinstimmt. Schließlich wurde er sehr wütend und er nahm zwei Perlen seiner Gebetskette, zielte auf Da Mo's Gesicht und schlug ihm seine beiden oberen Schneidezähne aus. Da Mo fing sofort an zu bluten und Shen Guang erwartete sich irgendeine Reaktion, doch stattdessen, stand Da Mo auf, lächelte und ging weg. Das verwunderte Shen Guang , also folgte er ihm.

Da Mo wanderte weiter Richtung Norden bis er zum "Yangtse-Fluss" kam, welcher das nördliche und südliche Königreich Chinas trennte. Am Ufer des Flusses saß eine alte Frau, die gerade Schilf schnitt. Neben ihr lag bereits ein Bündel Schilf, also ging Da Mo auf sie zu und fragte sie freundlich, ob er denn ein einzelnes Schilf haben könne um über den Fluss zu gelangen. Sie sagte, ja. Er legte das Schilf auf die Wasseroberfläche, stellte sich darauf und wurde durch sein eigenes "Qi" über den Fluss getragen. Shen Guang hatte das gesehen, rannte zu der Frau und ohne sie zu fragen, nahm er eine Hand voll Schilf und legte es aufs Wasser, doch als er sich darauf stellte, ging er unter. Die alte Frau hatte Mitleid mit dem ertrinkenden Shen Guang, also sprang sie ins Wasser um ihn zu retten. "Weißt du warum du untergegangen bist?", fragte sie ihn, " Weil du mich nicht respektiert hast. Du hast mich nicht gefragt ob du etwas von meinem Schilf haben kannst! Und da du mich nicht respektiert hast, hast du auch versagt in der Aufgabe dich selbst zu respektieren". Weiters sprach sie auch, dass er schon sein ganzes Leben einen Lehrer sucht der ihn unterrichtet. Und Da Mo, der Mann dem er folgt, ist dieser Lehrer. Als sie fertig gesprochen hatte, tauchte das untergegangene Schilf wieder auf und Shen Guang wurde sicher über den Fluss getragen und konnte Da Mo weiterhin folgen. Viele Leute glauben, dass die alte Frau eine Boddhisatva war, die geschickt wurde um Shen Guang zu helfen.

Zu diesem Zeitpunkt war Da Mo nahe dem Shaolin Tempel und als die Shaolinmönche von seinem Kommen hörten, versammelten sie sich, um ihn zu empfangen und baten ihn in den Tempel. Doch er antwortete nicht, sondern begab sich geradewegs in eine Höhle auf einem Berg hinter dem Shaolin Tempel, um sich dort hinzusetzen und zu meditieren. Er blieb dort – meditierend, mit dem Gesicht zur Wand – für neun Jahre! Während dieser Zeit blieb Sheng Guang immer vor Da Mo's Höhle, um ihn vor wilden Tieren und anderen Gefahren zu schützen. Shen Guang bat Da Mo öfters um Belehrung, doch Da Mo antwortete nie. Auch die Shaolinmönche kamen regelmäßig in seine Höhle und fragten ihn, ob er nicht in den Tempel kommen möge wo es viel gemütlicher wäre, doch Da Mo antwortete nicht. Man sagt durch seine lange Meditation brannte sich sein Schatten in die Felsmauer, welche heute im Gedenken an Da Mo im Shaolin Tempel steht.

In dieser langen Zeit überlegten sich die Shaolin Mönche was sie für Da Mo tun könnten, damit er zu ihnen in den Tempel und raus aus der Höhle kommt, also widmeten sie ihm ein Zimmer im Tempel, welches sie "Da Mo Ting" nannten. Nach neun Jahren Meditation begaben sich die Shaolin Mönche zu Da Mo in die Höhle und luden ihn ein mit in den Tempel zu kommen, er hätte dort sein eigenes Zimmer und könne dort weiter meditieren. Da Mo stand auf, kam mit, setzte sich in das Zimmer und begann für weitere vier Jahre zu meditieren. Während dieser Zeit war Shen Guang noch immer an Da Mo's Seite und wachte über ihn, fragte aber trotzdem immer wieder, wann er denn endlich etwas von ihm lernen würde. Doch Da Mo gab nie eine Antwort.

Nach dreizehn Jahren des Schweigens von Seiten Da Mo's, es war Winter und der Schnee bedeckte den Boden, wurde Shen Guang nun richtig wütend. Er nahm etwas Schnee und warf diesen auf den meditierenden Da Mo. Aus der tiefen Meditation wachgerüttelt sah Da Mo den wütenden Shen Guang erschrocken an. Shen Guang fragte: " Sag mir, wann werde ich denn endlich etwas von dir lernen?" Doch darauf antwortete Da Mo nur: "Wenn der Schnee rot ist." Nach diesen Worten nahm Shen Guang sein Schwert und schnitt sich seinen linken Arm ab. Das Blut aus seinem Arm färbte den Schnee rot. Damit brachte Shen Guang seine Ernsthaftigkeit zum Ausdruck und Da Mo begann ihn zu unterrichten.

Vor dem Shaolin Tempel gibt es fünf Berge, die alle nach ihrem Aussehen benannt sind. Einer davon ist der Trommel Berg, auf welchen Da Mo mit Shen Guang ging, um ihn einen Brunnen graben. Er solle das Wasser aus dem Brunnen zum Waschen, Trinken und Kochen verwenden. Dieses Wasser schmeckte jedoch bitter, aber trotzdem, Shen Guang verwendete es für ein ganzes Jahr.

Nach diesem Jahr ging er erneut zu Da Mo, er solle ihm die nächste Lektion lehren. Da Mo nahm Shen Guang wieder mit auf den Trommel Berg, um dort einen Brunnen zu graben. Das Wasser solle Shen Guang wieder für all seine Bedürfnisse verwenden, und diesmal schmeckte das Wasser würzig.

Nach einem Jahr fragte Shen Guang was er denn nun machen solle, doch Da Mo ging mit Shen Guang erneut auf den Trommel Berg. Er grub wieder einen Brunnen, dessen Wasser er für seine Bedürfnisse verwenden solle. Das Wasser schmeckte sauer.

Nach einem ganzen Jahr ging Shen Guang ein viertes Mal zu Da Mo um sich belehren zu lassen. Da Mo ging aber wieder mit ihm auf den Trommel Berg. Ein vierter Brunnen wurde gegraben doch diesmal schmeckte das Wasser süß.

In diesen Moment erkannte Shen Guang, dass diese vier Brunnen sein ganzes Leben widerspiegelten. Denn wie dieses Wasser schmeckt das Leben manchmal bitter oder sauer und manchmal ist es würzig oder süß. Alle diese Lebensabschnitte sind genauso schön wie notwendig, denn es ist das was das Leben ausmacht. Genauso wie es die vier Jahreszeiten gibt.

Ohne mit Shen Guang zu sprechen lehrte ihm Da Mo die wichtigste Lektion. Mit Geist und Herz verstehen. Nachdem Shen Guang nun verstanden hatte, bekam er den Namen "Hui Ke" und wurde nach Da Mo der dritte Abt des Shaolin Tempels.

Aus Respekt vor Hui Ke grüssen sich Shaolin Mönche, Schülerinnen und Schüler nur mit einer Hand.

Da Mo und seine Nachfolger sind die Dharma-Vorfahren des Chan-Buddhismus in der (historisch nicht belegten) Nachfolgelinie ab Bodhidharma.

DIE 6 PATRIARCHEN

Der erste Patriarch des Chan-Buddhismus war Da Mo. Seine 5 Nachfolger waren:

(Chinesisch: 大祖慧可, Kurzform: 慧可, Pinyin: Huìkě; W.-G.: Hui-k'o, Jap.: Taiso Eka)

Früher bekannt als "Shen Guang", war einer der ersten Anhänger Da Mo's. Er trennte sich seinen Arm als Zeichen seiner Entschlossenheit ab und wurde somit als Schüler von Da Mo akzeptiert. Er gilt als zweiter Chan Patriarch nach Da Mo (29. nach Gautama Buddha). Aus Respekt gegenüber Hui Ke grüßen Shaolin Mönche mit nur einer Hand.

(Chinesisch僧璨, Pinyin: Sēngcàn, W.-G. 1Seng 4ts'an, Jap. 僧燦, Sosan)

Der dritte Patriarch des Chan nach Hui Ke. Der Legende nach hatte Seng Can Lepra und wurde deshalb von Hui Ke zunächst zurückgewiesen und schließlich mit dem Argument, dass der höchste Weg keine Unterschiede mache, doch als Schüler angenommen. Seng Can gilt als Verfasser des ersten Lehrgedichts in der Tradition des Chan, des Xinxinming (Chinesisch: 信心銘, Pinyin: Xìn Xīn Míng), die "Inschrift vom Vertrauen in den Geist". In diesen Versen versucht Seng Can die gesamte Chan-Lehre in einem Gedicht zum Ausdruck zu bringen. Die Betonung liegt auf Nicht-Dualität und dem Abstand nehmen von Abneigung und Zuneigung und der Abkehr von der Trennung in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Das Xinxinming gilt als Beispiel der Integration der Lehren von Buddhismus und Daoismus.

(Chinesisch: 司马道信; Pinyin: Sīmǎ Dàoxìn; W.-G 4Tao 4hsin; Jap. Dōshin)

Der vierte Patriarch des Chan nach Seng Can. Leiter der "Südlichen Schule" des Chan ( "East Mountain Teachings" in Shuangfeng, Provinz Hunan, auch bekannt als erste richtige Schule für Chan-Buddhismus und Meditation).

(Chinesisch:弘忍; Pinyin: Hóngrěn; W.-G. 2Hong 3Jen)

Ein sehr bedeutsamer Lehrer für die Entwicklung des damaligen Chan-Buddhismus, ebenfalls auch Leiter (Nachfolger) der "Südlichen Schule", dessen Schüler Hui Neng und Shen Xiu (Chinesisch 神秀; Pinyin: Shén Xiù) die bekanntesten buddhistische Mönche dieser Zeit waren

(Chinesisch: 慧能 / 惠能, Pinyin: Huìnéng, W.-G. 4Hui 2neng; Jap. 曹渓慧能, Daikan Enō)

Eine der wichtigsten Figuren des Chan-Buddhismus. Hui Neng ist der sechste und letzte Dharma-Vorfahre des Chan-Buddhismus in der (historisch nicht belegten) Nachfolgelinie ab Bodhidharma. Er gilt als Autor des Plattform-Sutras des Sechsten Dharma-Vorfahren (六祖壇經), das für die Entwicklung der ‚Südlichen Schule' des Chan von großer Bedeutung wurde. Dieses Sutra enthält auch die biographischen Daten. Er gilt als Begründer der Südlichen Schule des Chan, die auch die Schule der plötzlichen Erleuchtung genannt wird. Sie hebt hervor, dass plötzliche Erleuchtung mit richtigem Lehrer und richtiger Methode möglich ist. Die Lehre des sechsten Patriarchen hebt die Einheit von allem hervor. Hui Neng war der bekannteste Chan Meister in der chinesischen Geschichte. Nach seinem Tod wurden seine Werke gesammelt und als das einzige chinesische buddhistische Sutra klassifiziert. Es wird Plattfom-Sutra des sechsten Patriarchen genannt. Seine Schule des plötzlichen Erwachens ist die einzige große chinesische Schule des Chan-Buddhismus. Hui Nengs Schüler verbreiteten das Dharma (Lehre) in ganz Asien. Hui Neng definierte sitzendes Chan als: "Inmitten von allem Guten und Bösen, keinen Gedanken im Kopf – das nennt sich sitzen. Die wahrhaftige Natur von jemandem sehend, vollkommen unbewegt sein – das nennt sich Chan." Er lehrte, sitzendes Chan sollte immer praktiziert werden, nicht nur beim formalen Sitzen. Er betonte, dass es die Einstellung des Geistes ist, die wichtig ist und nicht die physische Haltung, weil Wahrheit kann man auch im Stehen, Gehen, oder Liegen finden. Der wichtigste Punkt in der Lehre des Chan liegt in der Selbstbeobachtung, das meint sein eigenes Licht nach innen zu reflektieren. Wenn wir zu sehr damit beschäftigt sind, andere zu kritisieren, wird es schwierig sein unsere Gedanken auf uns selbst zu richten und uns somit selbst kennen zu lernen. Die Anhänger des Chan-Buddhismus richten daher ihre gesamte Aufmerksamkeit nach innen und reflektieren einzig und alleine über deren "wahre Natur", die in China "wahres Gesicht" genannt wird. Erst wenn ich mich selbst verstehen gelernt habe, werde ich die Menschen und die Welt um mich herum verstehen lernen. Hui Neng stammte aus sehr armen Verhältnissen und musste schon früh für den Erhalt seiner Familie, mit dem Sammeln von Brennholz sorgen, was ihm den Namen "der Holzfäller" einbrachte. Er genoss nie eine Ausbildung und konnte daher weder lesen noch schreiben. Eins Tages hörte er jemanden das Herz-Sutra rezitieren und hatte eine Eingebung. Kurz darauf brach er in den Norden auf um bei den Mönchen Buddhismus zu studieren. Bei Hong Ren angekommen, wurde ihm ein Platz in der Küche zugewiesen, wo er mit Reisschälen und Brennholz sammeln beschäftigt war. Eines weiteren Tages forderte Hong Ren die Mönche auf ihr Verständnis in einem Gedicht zum Ausdruck zu bringen Er würde demjenigen die Insignien des Meisters übergeben, der das Verständnis der Essenz der Lehre manifestieren könne.

Mitten in der nach schrieb nur der Mönch Shen Xiu anonym ein Gedicht an die Klosterwand. Er schrieb:
身是菩提樹, Der Leib ist der Bodhi-Baum,
心如明鏡臺。 Der Geist ist wie ein klarer stehender Spiegel.
時時勤拂拭, Poliere ihn allzeit mit Eifer,
勿使惹塵埃。 Lass keinen Staub daran haften.

Nachdem es sich Hui Neng laut vorlesen lies bat er den Gelehrten dem Gedicht einen Vers hinzuzufügen. Dieser lautete:
菩提本無樹, Im Grund gibt es keinen Bodhi-Baum;
明鏡亦非臺。 Da ist kein klarer Spiegel auf einem Gestell.
本來無一物, Im Ursprung ist da kein Ding —
何處惹塵埃。 Worauf soll sich Staub legen?

Als Hong Ren das Gedicht sah war er schockiert, wischte es von der Wand und erklärte, dass der Autor keine Erleuchtung erlangt hätte. Später ließ er Hui Neng zu sich rufen und verlieh ihm im geheimen seine Robe und Almosenschale, die Symbole eines Patriarchen. Somit wurde Hui Neng zum sechsten und letzten Patriarchen des Chan.

FU YU

Der erste Abt der Cao Dong Linie "Fu Yu" (Chinesisch 雪庭福裕 Pinyin: Xuětíng Fúyù, 1203–1275)

Zu Beginn der Song Dynastie (Chinesisch: 宋朝, Pinyin: Sòngcháo, W.-G. 4Sung 2Ch'ao; 960 – 1279) war Fu Yu, welcher aus der Cao Dong (Chinesisch: 曹洞宗; Pinyin: Cáodòng zōng; W.-G. 2Ts'ao 4Tung 4tsung) Linie stammte, der Abt des Shaolin Tempels. Die Caodong Linie ist eine der 5 Chan Familien (Guiyang (潙仰宗 Guīyǎng Zōng), Linji (临济宗 Lín jì zōng), Cao Dong (曹洞宗 Cáodòng zōng), Yunmen (云门宗 Yúnmén zōng, und Fayan (法眼宗 Fǎyǎn zōng) und ist bis heute ungebrochen.

Die Cao Dong Linie ist die 3. Generationslinie welche auch als "die Ära der Kampfmönche" bekannt ist.

Fuyu ist besonders bekannt dafür, dass er regelmäßig die besten Kämpfer des Landes in den Tempel einlud um sich auszutauschen, gemeinsam zu trainieren und die Techniken zu verfeinern und so zu einem gemeinsamen Stil zusammenzufügen, dem Shaolin Kung Fu. Die Mönche zeichneten Formen (Bewegungsabläufe) und Techniken auf und sammelten diese in einer Bibliothek. So wuchs das Shaolin Kung Fu heran. Es entstanden immer mehr Formen und Kampftechniken, sowohl mit als auch ohne Waffen.

Fuyu schrieb im Laufe seines Lebens ein Gedicht, welches aus exakt 70 Zeichen besteht und aus dem sich alle nach ihm folgenden Namen ableiten.

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